Skip to main content Skip to page footer

Waldkonflikte entschärfen: HdM-Studierende unterstützen mit innovativen Kommunikationslösungen

Projekt "Wir im Wald"

Konflikte im Wald gibt es viele – ignorierte Wegsperrungen, riskante Begegnungen zwischen Personen auf Mountainbikes und Spazierenden, Müll oder freilaufende Hunde. Im Projekt „Wir im Wald“ haben Studierende des Studiengangs Crossmedia-Redaktion/Public Relations über sechs Semester hinweg Kommunikationslösungen entwickelt, die zur Deeskalation beitragen und den Austausch zwischen Waldnutzenden unterstützen.

Entstanden sind die Konzepte im Kurs „Crossmedia-Konzeption“, in dem die Studierenden lernen, die Stärken aktueller Medienformate und Ausspielkanäle gezielt zu nutzen. Inhalte werden dabei zielgruppengerecht aufbereitet und für unterschiedliche Kommunikationsplattformen angepasst. 

Konflikte im Wald verstehen und entschärfen

In Zusammenarbeit mit der Bodensee-Stiftung und der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg untersuchte das Projekt, wie Konflikte zwischen verschiedenen Waldnutzenden entstehen. Im Fokus standen unter anderem Auseinandersetzungen zwischen Radfahrenden und Erholungssuchenden, Beeinträchtigungen des Tourismus durch forstwirtschaftliche Maßnahmen, Störungen von Flora und Fauna sowie die Missachtung geltender Regeln. Zentraler Ansatz des Projekts ist dabei der respektvolle, sachliche Austausch auf Augenhöhe. Durch Perspektivwechsel sollen unterschiedliche Interessen sichtbar gemacht und gegenseitiges Verständnis gefördert werden.

„Noch nie waren so viele Menschen im Wald unterwegs – und noch nie waren ihre Aktivitäten so unterschiedlich. Genau deshalb braucht es einen differenzierten Blick auf Konflikte, um passgenaue Lösungen entwickeln zu können“, erläutert Dr. Monika Bachinger, Professorin für Tourismus an der Hochschule für Forstwirtschaft in Rottenburg und Projektleiterin von „Wir im Wald“.

Studierende und Teile des Projektteams sprechen vor Ort mit den Nutzungsgruppen des Waldes im Landkreis Miesbach. (Foto: Projektteam)

Dialog fördern, Perspektiven wechseln

Um Ursachen von Konflikten zu analysieren und kommunikative Lösungsansätze zu testen, wurden bundesweit vier Fallregionen untersucht. Auf dieser Basis entwickelten die Studierenden Social-Media-Kampagnen, digitale Formate wie Blogs, Videos und Podcasts sowie innovative Offline-Formate wie ein Konfliktentschärfungsspiel. Für Verantwortliche aus Forstwirtschaft, Tourismus, dem Outdoor- und Sportbereich sowie dem Naturschutz entstand zudem ein digitaler Handlungsleitfaden inklusive Checklisten. Er soll Verantwortliche dabei unterstützen, Dialogprozesse anzustoßen und gemeinsam tragfähige Lösungen zu entwickeln.

Auch Prof. Dr. Alexander Mäder hebt die Bedeutung der Kommunikation innerhalb der Konflikte hervor: „Mit klug gesetzten Fragen gelingt ein Perspektivwechsel – und genau der öffnet Wege zu gemeinsamen Lösungen.“

Das Projekt „Wir im Wald“ wurde von September 2022 bis Januar 2026 durch die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR) im Auftrag des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) gefördert.