Outside-of-AI
Warum digitale Gestaltung fundierte Ausbildung braucht
Digitale Produkte prägen Entscheidungen, Verhalten und Zugangsmöglichkeiten. Richtig gutes Design ist schon lange keine rein ästhetische Frage mehr – sondern eine Frage von Ausbildungstiefe, Verantwortung und Systemverständnis. Warum digitale Gestaltung mehr braucht als Tools, Trends und Selbstlernen.
Design ist unsichtbar
Digitale Gestaltung wird oft als etwas Selbstverständliches wahrgenommen: Interfaces funktionieren, Plattformen strukturieren unseren Alltag, Algorithmen treffen Entscheidungen im Hintergrund. Doch genau diese Selbstverständlichkeit verdeckt, wie wirkmächtig gestaltete digitale Systeme tatsächlich sind. Wir sehen Design – gerade im digitalen Kontext – ohne Design wahrzunehmen. Nach dem Motto von Kulturtheoretiker Lucius Burckhardt: „Design ist unsichtbar.“
Das meint gutes nutzerorientiertes Design fällt nicht auf. Ob User Interfaces, digitale Services oder komplexe Plattformen – Gestaltung beeinflusst, wer Zugang erhält, wie Informationen verstanden werden und welche Handlungsräume entstehen. Digitale Produkte sind keine neutralen Werkzeuge, sondern Teil sozialer, technischer und politischer Systeme. Und somit wesentliche Schnittstellen der Teilhabe und des Zugangs.
Vor diesem Hintergrund reicht es nicht aus, digitale Gestaltung auf Toolkenntnisse oder visuelle Trends zu reduzieren. Fundierte digitale Gestaltung erfordert Analysefähigkeit, konzeptionelles Denken und ein Verständnis für technologische, gesellschaftliche und kulturelle Zusammenhänge. Sie braucht Zeit, Reflexion und -vor allem- fundierte Ausbildung.
Gestaltung braucht Urteilskraft
Prof. Bettina Tabel:
"Unsere Studierenden brauchen das Vermögen an entscheidender Stelle kritische Fragen zu stellen und das richtige Urteilsvermögen, an die Anforderungen für gute Gestaltung zu kennen, sowie den Mutationsfaktor zu besitzen, das meint, um neue kreative Ideen zu entwickeln und nicht nur dem Algorithmus der KI zu folgen, sondern outside-of-KI neue Zusammenhänge und unerwartete Ideen und Lösungen für die Zukunft zu entwickeln.“