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HdM erhält rund eine Million Euro EU-Förderung für Robotik-Projekt „Roboter-Simulacrum“

Das Institut für Games (IfG) der Hochschule der Medien (HdM) und das Forschungszentrum Informatik (FZI) erhalten für das Projekt „Roboter-Simulacrum“ rund eine Million Euro. Den symbolischen Förderscheck überreichte die baden-württembergische Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut. Die Förderung erfolgt aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung im Rahmen der Plattform „Strategische Technologien für Europa“.

Prof. Dr. Martin Engstler, Prof. Dr. Boris Alexander Kühnle, Prof. Dr. Sabiha Ghellal, Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, Dr.-Ing. Georg Heppner, Matthias Jaenicke und Jan Wiesenberger (von links, Foto: Ministerium für Wirtschaft, Handwerk und Tourismus)

Im Projekt „Roboter-Simulacrum“ entsteht ein leicht bedienbares Werkzeug, mit dem Unternehmen den Einsatz von Robotik in Produktions- und Betriebsabläufen realitätsnah erproben und bewerten können. Damit leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der Hightech-Agenda Baden-Württemberg. 

„Das Projekt ‚Roboter-Simulacrum‘ ist ein wichtiger Schritt auf unserem Weg zur Stärkung der europäischen technologischen Souveränität: Durch die Kombination von Robotik, Digitalen Zwillingen und Gaming-Technologien wird ein innovatives Werkzeug entwickelt, das breitflächig Unternehmen dazu befähigen soll, Robotiklösungen in die eigenen Prozesse einzubauen“, sagt Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, Ministerin für Wirtschaft, Handwerk und Tourismus. 

Den Menschen und seine Bedürfnisse einbeziehen

An der HdM verantwortet Prof. Dr. Sabiha Ghellal im Institut für Games das Projekt. Das Institut bringt seine Expertise in Human-Centered Design, Experience Design, Game Design, Mixed Reality und Serious Games in das Vorhaben ein. Darüber hinaus erforscht und gestaltet das IfG interaktive Systeme und immersive Umgebungen für verschiedene Anwendungsbereiche wie Bildung, Gesundheit und Kultur. „Mit ‚Roboter-Simulacrum‘ verfolgen wir in unserem Living Lab am Institut für Games einen ‚Research-through-Design-Ansatz‘, um bedeutungsvolle Erfahrungen im Zusammenspiel von KI und Robotik zu gestalten“, erklärt Prof. Dr. Sabiha Ghellal. „Wir wollen Innovation nicht allein technologisch denken, sondern den Menschen und seine Bedürfnisse von Beginn an in den Entwicklungsprozess einzubeziehen“, so Ghellal weiter.

Das Projekt soll insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) einen einfachen und kostengünstigen Zugang zu Robotik- und Simulationsanwendungen ermöglichen und so dazu beitragen, die Potenziale robotischer Anwendungen mithilfe von Games flächendeckend zu erschließen.

Im Gegensatz zu spezialisierten Simulationsumgebungen verfolgen Game-Engines nicht das Ziel, die physikalische Realität vollständig und mit höchster Präzision nachzubilden. Stattdessen schaffen sie eine vereinfachte, aber glaubwürdige und interaktive Abbildung der realen Welt. Gerade darin liegt ihr Potenzial für die Robotik: Der Fokus liegt auf einer schnellen, intuitiven Nutzbarkeit, anstatt auf maximaler physikalischer Exaktheit.

Die im Projekt entwickelten Lösungen werden der Gaming- und der Open-Source-Community zur Verfügung gestellt. Dadurch können Synergien zwischen Robotik und Spieleentwicklung entstehen und neue Anwendungs- und Geschäftsfelder, insbesondere im Bereich der Serious Games, erschlossen werden.

Für HdM-Rektor Prof. Dr. Boris Alexander Kühnle ist das Projekt ein Beispiel für die Stärke interdisziplinärer Zusammenarbeit: „Wenn wir unsere Expertisen zusammenbringen, entstehen ganz neue Möglichkeiten der Innovation für unser Land. Insofern freue ich mich außerordentlich über die Kooperation zwischen dem FZI und unserem HdM-Institut für Games im Projekt ‚Roboter-Simulacrum‘. Cross-Innovation ist unser Weg in die Zukunft.“ 

EFRE-Förderung in Baden-Württemberg

Das Projekt „Roboter-Simulacrum“ wird über den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) im Rahmen der Plattform Strategische Technologien für Europa (STEP) gefördert. Seit 2024 unterstützt STEP Investitionen in strategische Zukunftstechnologien wie Künstliche Intelligenz, Robotik und digitale Innovationen und stärkt damit die Wettbewerbsfähigkeit Europas.