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Lernen an realen Fragestellungen

Medien- und Wirtschaftspsychologie

Entwicklung intuitiver Benutzeroberflächen im Arbeitskontext

Unternehmenssoftware wird von ganz unterschiedlichen Nutzergruppen verwendet – von der Produktion bis ins Büro. Doch wie kann eine Software für alle intuitiv funktionieren? Und wie lässt sie sich so gestalten, dass sie den Anforderungen verschiedener Personen- und Berufsgruppen gerecht wird?

Mit diesen Fragestellungen haben sich Studierende des Bachelorstudiengangs Medien- und Wirtschaftspsychologie der Hochschule der Medien (HdM) im Wintersemester 2025/2026 beschäftigt. In Kooperation mit der Stuttgarter Planat GmbH, einem Hersteller von ERP-Software, arbeiteten sie daran, eine komplexe Software-Oberfläche im betrieblichen Kontext nutzerfreundlicher zu gestalten.

ERP-Systeme unterstützen die Planung von Ressourcen wie Personal, Kapital oder Betriebsmitteln. Die Software des Stuttgarter Unternehmens kommt in mittelständischen Betrieben zum Einsatz und wird von unterschiedlichen Personen- und Berufsgruppen genutzt, sowohl in der Produktion als auch im Büro. Die Firma plant, die Integration von Künstlicher Intelligenz (KI) im ERP-System voranzutreiben, mit dem Fokus auf Praxistauglichkeit, vereinfachte Bedienung und Wirtschaftlichkeit.

Verknüpfung von Lehre und Praxis

Für ihre Forschungsarbeit standen die Studierenden in Kontakt mit Kunden aus verschiedenen Branchen, führten Interviews zur Nutzungszufriedenheit und setzten Usability-Tests um. Eine Exkursion zu einem Kunden des Softwareherstellers in Schwäbisch-Gmünd ermöglichte es ihnen zudem, die Software direkt in der Anwendung sämtlicher Abteilungen des Unternehmens zu erleben.

HdM Studierende auf Exkursion bei Aerocom in Schwäbisch Gmünd HdM Studierende auf Exkursion bei Aerocom in Schwäbisch Gmünd HdM Studierende auf Exkursion bei Aerocom in Schwäbisch Gmünd
Im Rahmen des Projekts standen die Studierenden in Kontakt mit Kunden aus verschiedenen Branchen und erlebten die Software direkt im Einsatz bei einem Hersteller für Rohrpostsysteme. (Foto: privat)

Ergebnisse zur Weiterentwicklung der User Experience

Durch die Auseinandersetzung mit den Anforderungen verschiedener Nutzergruppen und die erstmalige Erhebung empirischer Daten haben die Studierenden in ihrem Projekt einen Beitrag zur langfristigen Verbesserung der User Experience (UX) geleistet. Die Ergebnisse liefern Impulse zu den Bedürfnissen der Nutzer:innen und ihrer Zufriedenheit im Umgang mit der Software. Die daraus abgeleiteten Handlungsempfehlungen zur Optimierung der Oberfläche wurden zusätzlich durch Usability-Tests validiert. „Das Projekt zeigt, wie die Studierenden ihr theoretisches Wissen auf reale wirtschaftliche Herausforderungen anwenden und damit aktiv zur Gestaltung anwenderfreundlicher Lösungen beitragen”, erklärt Prof. Dr. Nina Butterer, die das Praxisprojekt betreut.

Kooperationen mit Zukunft

Für den Studiengang Medien- und Wirtschaftspsychologie, den es seit sieben Semestern an der HdM gibt, sind Kooperationen mit Praxispartnern ein zentraler Bestandteil der Lehre. „Studierende lernen unter echten Bedingungen im geschützten Rahmen und können dabei wertvolle Kontakte in die Wirtschaft knüpfen”, hebt Butterer hervor. „Wir erhalten gleichzeitig echte Impulse, was die Praxispartner in der Wirtschaft umtreibt. Das ist genau das Ziel der Lehrveranstaltung ‘Aktuelle Themen der Medien- und Wirtschaftspsychologie’.” Für die Studierenden können solche Kooperationen zudem den Einstieg in Praktika oder Abschlussarbeiten erleichtern. 

Die Kooperation zwischen dem Studiengang und der Planat GmbH zeigt, wie beide Parteien von der Verknüpfung von Lehre und Praxis profitieren können. „Für uns als Unternehmen bietet die Kooperation mit dem Studiengang wertvolle zusätzliche Einblicke aus psychologischer Perspektive. Wir profitieren zudem von fundierten wissenschaftlichen Methoden zur Erhebung und Auswertung von Nutzerfeedback,“ sagt Marco Bux, Entwicklungsleiter bei Planat.

Autor/in

Stefanie Binder