Nervenkitzel zum Anfassen: HdM-Studierende überzeugen beim Thriller-Cover-Wettbewerb
Praxisprojekt mit Droemer Verlag bringt Studierenden mehrere Auszeichnungen
Wie macht man einen Psychothriller zum „Must-have“-Objekt? Dieser Frage stellten sich 23 Studierende des Studiengangs Mediapublishing der Stuttgarter Hochschule der Medien (HdM). In Kooperation mit dem Droemer Verlag entwickelten sie innovative Cover-Konzepte, die über klassische Gestaltung hinausgingen. Drei von ihnen wurden mit einem Preis ausgezeichnet, ein weiterer Entwurf schaffte es bis in die finale Entscheidungsrunde des Verlags.
Der oft zitierte Satz „Don’t judge a book by its cover“ hat in der heutigen Buchwelt längst ausgedient. Gerade im Bereich der Kriminalliteratur spielen innovative Gestaltungslösungen und haptische Effekte eine entscheidende Rolle für den Verkaufserfolg. Unter der Leitung von Prof. Stefan Schmid aus dem Bachelorstudiengang Mediapublishing der HdM nutzten die Studierenden im Modul Medienkreation die Gelegenheit, unter realen Bedingungen für den renommierten Droemer Verlag zu arbeiten.
Kreativität „Out of the Box“
Die Aufgabe stellte hohe Anforderungen. Für das fiktive Krimi-Programm des Autors Alexander Breck sollten Designs entwickelt werden, die auch in Richtung einer Sonderedition mit besonderer Ausstattung gedacht waren. Bei der Präsentation in München setzten sich drei HdM-Studierende gegen die Konkurrenz der HTWK Leipzig durch und wurden jeweils mit einem Preis gewürdigt.
Alina Augenschein erhielt mit ihrem Entwurf zum Thriller „Stimmen“ den zweiten Preis. Sie kombinierte eine visuelle Stimmfrequenz in Form einer Blutspur mit einem Hintergrund aus Blindenschrift. Inspiriert wurde sie von einer erblindeten Journalistin, der Protagonistin des Buches. Für Augenschein war das Projekt eine wertvolle Erfahrung, da sie unter realitätsnahen Bedingungen lernen konnte, wie wichtig die inhaltliche Passgenauigkeit von Design ist.
Mona Mößlang wurde für ihr Konzept zu „Der Spiegel“ mit dem dritten Preis ausgezeichnet. Sie verarbeitete einen echten Spiegel, dessen Scherben teilweise nur durch Magnete gehalten werden. Werden diese gelöst, blicken die Lesenden direkt in die blutigen Augen eines Gesichts. Dabei ging es ihr darum, den Wahnsinn der Protagonistin für die Leserinnen und Leser greifbar zu machen. Das Projekt ermutigte sie, sich von etablierten Konzepten zu lösen und im Kreationsprozess neuartig zu denken.
Auch Felix Liebisch wurde für seine Arbeit zum Thriller „Stimmen“ mit dem dritten Preis geehrt, in der er auf psychologische Wirkung setzt. Sein Design arbeitet mit einer Banderole, auf der Hände den Mund der Protagonistin bedecken. Wird diese verschoben, erscheint ein weit aufgerissener, schreiender Mund. Dieser Effekt verstärkt die beklemmende Geschichte auf eindrucksvolle Weise.
Ein weiterer Erfolg gelang Celine Hahn mit ihrem Entwurf zum Titel „FIVE“. Ihr Konzept schaffte es gemeinsam mit Vorschlägen professioneller Agenturen in die finale Cover-Entscheidungsrunde des Verlags. Mithilfe vom sogenannten Lentikulardruck, einem Wackelbild-Effekt, setzte sie den Zeitverlauf von fünf Minuten visuell um und machte ihn auf dem Cover erlebbar.
Praxisnahe Lehre als Karrieresprungbrett
Für die Studierenden war der Wettbewerb weit mehr als eine Übung. Professor Stefan Schmid betont die Bedeutung des „Selbermachens“. Seine Studierenden sind oft angehende Verlagsmitarbeiter, die später selbst Gestaltungsaufträge vergeben. Projekte wie dieses schärfen das Verständnis für den komplexen Prozess zwischen Marketing, Herstellung und Kreation und stärken zugleich den Kontakt zu potenziellen Arbeitgebern.
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