Immersive X: HdM goes live – neue Labore für die Medienwelten von morgen
Wie entstehen virtuelle Welten für Filmproduktionen? Wie lassen sich interaktive Medien gemeinsam mit Menschen gestalten? Und welche Möglichkeiten eröffnet immersiver Klang für neue mediale Erfahrungen? Diesen Fragen geht die Hochschule der Medien (HdM) in drei neuen Laboren nach. Sie investiert massiv in neue Räume für innovative Lehre, Forschung und kreative Projekte.
Bei der Veranstaltung „Immersive X – HdM goes live“ am 22. Oktober 2026 gab die HdM rund 120 geladenen Gästen aus Medien, Wirtschaft, Politik und Wissenschaft Einblicke in drei innovative Laborumgebungen: das XR-Lab, das Living Lab und das Spatial Audio Lab. Die Labore stehen für die Verbindung von Lehre, Forschung und praktischer Innovation an der HdM. Sie eröffnen Studierenden, Forschenden und Praxispartnern die Möglichkeit, aktuelle Technologien unmittelbar zu erleben, neue Anwendungen zu entwickeln und gemeinsam Perspektiven für die Medienwelt von morgen zu erschließen.
„Mit den drei neuen Labs stärken wir gezielt die Zukunft unserer Medientalente. Wir verbinden innovatives Lernen und Lehren und angewandte Forschung mit den Anforderungen der Praxis und bereiten unsere Studierenden darauf vor, die Medienwelt von morgen aktiv zu gestalten. Hier geschieht das, was wir ‚CreaTec‘ nennen: das Zusammenspiel von Kreativität und Technologie, um Neues zu schaffen für die Creative Industries und zugleich Cross-Innovationspotenziale für andere Industrien zu heben“, sagt Prof. Dr. Boris Alexander Kühnle, Rektor der Hochschule der Medien Stuttgart.
XR-Lab: Virtuelle Welten in Echtzeit
Aus dem seit den frühen 2000er-Jahren bestehenden VFX-Studio der HdM ist ein rund 110 Quadratmeter großes, virtualisiertes Produktionsstudio entstanden. Herzstück ist eine etwa neun Meter breite und 3,5 Meter hohe LED-Wand, auf der computergenerierte 3D-Welten in Echtzeit als Kulisse für Filmaufnahmen dargestellt werden.
Ein ein OptiTrack Motion-Capture-System mit 20 Kameras erfasst die Bewegungen von Darsteller:innen und verortet zugleich Kameras und Objekte im Raum. Gemeinsam mit der bestehenden Greenscreen-Hohlkehle ermöglicht die technische Ausstattung unterschiedliche Ansätze für Virtual Production, Visual Effects, Animation und weitere immersive Medienformate.
Umgebaut und in Betrieb genommen wurde das XR-Lab im vergangenen halben Jahr von Mitarbeitenden und Studierenden der HdM gemeinsam mit der Econocom ICT GmbH aus Kohlberg in Baden-Württemberg. Auch die Inbetriebnahme der LED-Wand war Teil eines Projekts von Studierenden aus dem Masterstudiengang Audiovisual Media Creation and Technology. Das Labor dient als Lehr- und Forschungsumgebung für Filmtechnik, VFX, Animation, Live-TV, Virtual Production und Spatial Experiences.
Living Lab: Interaktive Medien gemeinsam gestalten
Das Living Lab ist Innovationsraum und Experimentierfeld für interaktive Medien und Technologien wie Games und Virtual Reality. Studierende, Forschende und Unternehmen entwickeln hier gemeinsam praxisnahe Lösungen für die Zukunft.
Ein besonderes Merkmal ist die aktive Beteiligung von Menschen aus der Gesellschaft an Design, Entwicklung und Auswertung. So werden neue Technologien und Anwendungen nicht nur erforscht, sondern gemeinsam gestaltet, erprobt und mit Blick auf ihre gesellschaftliche Wirkung untersucht. Das Living Lab verbindet wissenschaftliche Erkenntnisse mit konkreten Erfahrungen und schafft Brücken zwischen Theorie und erlebbarer Realität. Die Forschungsthemen reichen von Lernspielen über Bewegungsspiele für die Gesundheit bis zu autonomen Fahrzeugen.
Spatial Audio Lab: immersive Audioproduktion, räumliche Klanggestaltung und innovative Hörerlebnisse
Wie lässt sich Klang dreidimensional gestalten und seine Wirkung in unterschiedlichen Hörumgebungen untersuchen? Mit dem neu ausgestatteten Spatial Audio Lab schafft die Hochschule der Medien eine zukunftsweisende Infrastruktur für die Produktion, Erforschung und Weiterentwicklung räumlicher Audiotechnologien.
Spatial Audio prägt zunehmend die audiovisuelle Medienwelt – vom immersiven Kino über Musikproduktionen und Home Entertainment bis hin zu interaktiven Erlebnisräumen und virtuellen Umgebungen.
Im Zuge der Neuausstattung wurde das bestehende Kino um eine Mischumgebung für Dolby Atmos erweitert. Auch die Tonregien wurden modernisiert: Eine flexibel anpassbare Raumakustik ermöglicht es u. a., professionelle Studiowiedergabe und Heimwiedergabesituationen unmittelbar miteinander zu vergleichen.
Ein modulares Beschallungssystem erweitert das Spatial Experience Studio um flexible Möglichkeiten für räumliches Audio-Rendering und interaktive Klanginstallationen. Ergänzend eröffnet die dynamische Binauralsynthese neue Perspektiven für die kopfhörerbasierte Wiedergabe räumlicher Klangereignisse.
Darüber hinaus wurde die technische Gesamtinfrastruktur aus Audio-Workstations, Netzwerken und Lautsprechersystemen, einschließlich eines High-End- und vernetzten Mischsystems für Musikproduktionen, erneuert. So verbindet das Spatial Audio Lab klassische professionelle Audioproduktion mit den Anforderungen moderner immersiver Medienformate.
Die neue Infrastruktur stärkt damit die praxisnahe Lehre, interdisziplinäre Projektarbeit und anwendungsorientierte Forschung an der Hochschule der Medien und verbindet technische Innovation mit kreativer Hörerfahrung.